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Mit den Händen denken

Mit den Händen denken

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Ein Beitrag von Manuela Eigenmann, HRME GmbH, www.hrme.ch

Mit den Händen denken – auf den ersten Blick scheint diese Aussage eigenartig. Was Bildhauer, Maler und andere bil­dende Künstler schon lange vorleben, hat nun auch in der Arbeitswelt einen Platz eingenom­men.

Stellen Sie sich vor, es sollen komplexe Themen be- und erarbeitet, Strategien entwickelt oder Team-Perspektiven definiert werden. Das ist gar nicht so einfach. Die Kommunikation ist ent­scheidend, Menschen wollen verstanden werden, sich kreativ einbringen können – die Stillen und die Lauten. Der eigene Standpunkt will verständlich vermittelt werden und gleichzeitig möchte man die Perspektiven der anderen verstehen können. Und dies nur mit Worten? Schwierig… welches spielerische Element könnte hier helfen?

Mit der LEGO Serious Play Methode wird eine einheitliche Basis geschaffen, die Ausgangs­lage ist für alle Teilnehmenden dieselbe, die gemeinsame Fragestellung wird durch das Bauen mit Lego-Steinen beantwortet. Identische Anzahl Bauklötze, gleich lange Kreativitätszeit und gleich lange Aufmerksamkeit innerhalb der Runde. Plötzlich wird intensiver zugehört und ein besseres Verständnis für Ideen entwickelt, Wünsche und Vorschläge werden von allen wahr­genommen. Eine Bewertung der einzelnen Kunstwerke ist nicht notwendig. Vielmehr geht es darum, dass schlussendlich alle Teilnehmenden vom Gleichen sprechen und ein gemeinsa­mes Verständnis vom Ziel haben.

Ein Praxisbeispiel: Das Team ist nicht zufrieden mit den Team-Meetings, die grundlegenden Anforderungen und Vereinbarungen dazu scheinen nicht klar zu sein, man geht aus den Mee­tings raus und muss danach noch viel Zeit investieren für das sogenannte Meeting Recovery.

Aufgabe war, dass alle Beteiligten ihr ideales Team-Meeting bauen. Zeit und Bausteine waren für alle identisch. Danach stellte jeder sein Kunstwert vor, nahm Bezug auf einzelne Ele­mente und erklärte, was die Steine bedeuten. Nebst den üblichen Hinweisen wie z.B. Pünkt­lichkeit oder Vorbereitung gab es Stimmen zur Sitzordnung, Wahl des Meeting-Raums oder auch Schüchternheit in der Kommunikation. Die Aussagen waren nicht mehr nur an der Ober­fläche. Gerade bei persönlichen Anliegen sind die Steine als Stellvertreter sehr hilfreich.

Eine Teilnehmerin erklärte, dass sie den Sprung über den Graben nicht wagt, um sich Gehör zu verschaffen. Sie sei zwar voller Ideen (Fahne, Stab und Blumenbouquet auf dem Kopf), fühle sich jedoch von den anderen Kolleginnen und Kollegen beobachtet, übertrumpft, die Kraft sei einseitig gebündelt und sie gehöre nicht dazu. Da ist etwas auf den Tisch gekommen, was bisher nicht gesehen wurde. Darauf einzugehen ohne zu werten ist der Sinn dieser Methode (siehe Foto).

Foto: Manuela Eigenmann, HRME GmbH – Das ideale Team-Meeting

Zugegeben, zu Beginn einer solchen Session wird viel geschmunzelt. Vielleicht aus Verlegen­heit, die Kinder-Lego-Zeit liegt bereits länger zurück, oder man erkennt die Seriosität dieser Methode noch nicht auf Anhieb. Schlussendlich sind die Akteure verblüfft, wieviel in welch kurzer Zeit resultiert, welche bisher ungesehenen und ungehörten Aspekte auf den Tisch kom­men und wie dabei die Kommunikation erfrischend bleibt.

Als Facilitator der LEGO® Serious Play® Methode kann ich diese agile, spielerische und kre­ative Methode sehr empfehlen. Sei es im Bereich der Teambildung, der Visionsdarstellung und für Problemlösungen in Projekten. LEGO Serious Play basiert auf der Spieltheorie, Konstruk­tivismus und Imagination. Nach der neusten Hirnforschung ermöglicht uns LEGO Serious Play die Vorstellungskraft zu dehnen (Neuroplastizität), unsere Sichtweisen verhandelbar zu machen und so auf bessere Lösungen, Innovation oder Zusammenarbeit zu kommen. 70 – 80 % unserer Nervenzellen im Gehirn sind mit den Händen verbunden. Macht es da nicht Sinn mit den Händen zu “denken”?

Bildquelle (Beitragsbild): https://uns­plash.com


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